Was macht Goethe auf der Bank?

KULTUR:  Heimatverein Garbenheim und Tourist-Info vermitteln Wissen für Kinder

Bild zum neuen Buch des Heimatvereins Was macht Goethe in Wahlheim? - Heimatverein Garbenheim
Bild zum neuen Buch des Heimatvereins Was macht Goethe in Wahlheim?

 

Gefragt und geantwortet:

Goetthe-Darsteller Benedikt Dörr, die Kinder Simon Hascke und Marleen Depalma

sowie Heike Grüner vom Heimatverein Garbenheim.

Wetzlar-Garbenheim Goethe für Kinder? Na klar, das geht: Der Heimatverein Garbenheim hat ein neues Konzept vorgestellt. In Zusammenarbeit mit der Wetzlarer Tourist-Info soll am „Goetheweg“ auch Jüngeren Wissenswertes über den Literaten vermittelt werden.

Eine Broschüre unter der Überschrift „Was macht Goethe in Wahlheim?“ stellt anhand eines Dialogs zwischen Frau Schnorr und den Kindern Lara und Felix das Geschehen um Johann Wolfgang von Goethe in Wetzlar und Garbenheim, seinem geliebten Wahlheim, kindgerecht dar.

Rund 30 Interessierte trafen sich jetzt auf dem Goetheplatz und erlebten eine kurzweilige und interessante Präsentation mit einer Lesung aus der Broschüre.

Broschüre schildert lebendigen Dialog

Marleen Depalma und Simon Haschke übernahmen die Rollen der Kinder und Dr. Heike Grüner, Vorsitzende des Heimatvereins, spielte Frau Schnorr. Die Zuschauer erfuhren, wie Goethe seinerzeit „sein“ Wahlheim entdeckte, dass er sich gerne auf dem Platz unter den Linden vor der Kirche aufhielt, las, zeichnete und schrieb, wie er seine Lotte kennenlernte und die Geschichte um seine vergebene Liebesmüh’ später in seinen Roman „Die Leiden des jungen Werther“ verpackte.

Hintergrund ist der Wanderweg „Auf Goethes Spuren nach Wahlheim“, für den die Touristinformation 2013 Fördergelder aus dem Leader-Programm der EU beantragte. Eingebunden wurde auch der Heimatverein und gemeinsam wurde die Idee einer lebensgroßen Figur des jungen Goethe am Goetheplatz entwickelt. Der Heimatverein übernahm dabei die Kosten des Modells, die mit einem Gewinn beim Hessischen Rundfunk und etlichen Sponsoren erbracht werden konnten.

Im Juni 2015 wurde die Figur des jungen Goethe enthüllt und der Goethe-Wanderweg eingeweiht. „Seitdem haben schon viele Gruppen aus dem In- und Ausland den Weg begangen und die Figur besucht, wobei auch immer Kinder dabei sind“, erzählte Grüner. Auch viele Garbenheimer Kinder setzen sich gerne zu Goethe, ohne zu wissen, warum diese Figur dort sitzt. Dies zu ändern, ist das Anliegen der Broschüre, die versucht, auf kindgemäße Weise die Zeit um 1772 und Goethes Aufenthalt in Wetzlar zu erklären. Dabei kommen auch Besonderheiten der damaligen Zeit ins Spiel und es werden Fragen beantwortet: Wie wurde damals gereist, gewaschen, gekocht, gespielt?

Im Anschluss werden die Kinder aufgefordert, die verschiedenen Plätze aus dem Heft aufzusuchen, was dem Hinweg des Goethewegs entspricht. Am Dienstag gesellte sich denn auch noch der junge Johann Wolfgang persönlich dazu und parlierte fröhlich mit den Anwesenden. Darsteller Benedikt Dörr machte seine Sache hervorragend.

Das Heft gibt es für vier Euro im Heimatmuseum und in der Verwaltungsstelle in Garbenheim, in der Tourist-Info am Domplatz und im Weltladen in der Krämerstraße. (hp)