21.08.2016:  Mundartfest mit 100 Gästen, Tanz, Gesang und Lesungen im Museumshof

 

Mundartfest des Heimatvereins Garbenheims
Bild vom Mundartfrest des Heimatvereins Garbenheim

 

Wetzlar-Garbenheim Das Mundartfest in Garbenheim hat eine mehr als 30-jährige Tradition. Auch diesmal versammelten sich über 100 Besucher im Hof des Heimatmuseums.

„In Garbenheim werden immer mehr Sprachen gesprochen. Die Zahl der Menschen, die noch das Garbenheimer Platt kennen, nimmt ab. Deshalb wollen wir die Mundart pflegen und kultivieren“, sagte Heike Grüner, Vorsitzende des Heimatvereins Garbenheim.

Zum Auftakt ließen sich alle Kaffee und Kuchen schmecken. Im anschließenden Programm lebte die Mundart so richtig auf. Werner Ufer begrüßte die Gäste auf Garbenheimer Platt. Helmut Schweidler und Otto Bischof hießen willkommen in ihrer Muttersprache aus dem „Altvaterland“ im Osten des Sudetenlandes. Musikalisch taten dies Heike und Erwin Grüner mit Sabine Schneider mit einem Lied aus Erwin Grüners Heimat Österreich.

In alten hessischen Trachten trat die Volkstanzgruppe des TSV unter der Leitung von Karl-Heinz Junge auf. Mit Reigentänzen sorgten sie für fröhliche Stimmung.

Buchautorin und Mundartdichterin Erika Nebeling brachte kleine Geschichten und Erzählungen mit

Gute Laune verbreiteten auch die Mitglieder der Chorwerkstatt Wetzlar. Unter der Leitung von Erwin Grüner sangen sie Lieder aus aller Welt. Sie eröffneten mit der „Swinging Intrada“, dem folgte der französische Chanson „Je ne l‘ose dire“ über einen Ehemann, der zu dumm ist, zu verstehen, dass seine Gattin auch andere Männer glücklich machen kann.

Mit „Weit, weit weg von mir“ des Österreichers Hubert von Goisern machte der Chor einen Abstecher in die moderne Literatur. Als Zugabe gab es „Tourdion“, ein französisches Trinklied.

Als Garant für gute Laune gilt auch die Atzbacher Buchautorin und Mundartdichterin Erika Nebeling. Sie hatte kleine Geschichten aus ihren Büchern und auch noch nicht veröffentlichte Erzählungen mitgebracht.

Herzhaft konnten die Garbenheimer über den älteren Ehemann lachen, der sein gerade erhaltenes Gebiss lieber in den Küchenschrank legte, weil es ihn überall drückte. Doch seine Frau bestand darauf, dass er es benutzte. Also stellte er sich fortan an den Gartenzaun und schaute der jungen Nachbarin nach. Das veranlasste die Ehefrau dann doch dazu, ihm vorzuschlagen, das Gebiss wieder in den Schrank zu legen.

Beim gemeinsame Singen von Volksliedern mit Irma Krombach konnte das Publikum selbst mitwirken. „Lustig ist das Zigeunerleben“, „Horch, was kommt von draußen rein“, „Tief im Westerwald“, das „Hessenlied“ unter dem Titel „Ich kenne ein Land, das „Garbenheimlied“ und viele Lieder mehr wurden freudig mitgesungen.

Schließlich klang das Mundartfest mit einem typisch hessischen Abendessen aus.

Am 28. August 2016 steht beim Heimatverein ein Frühstücks-Picknick an der Goethe-Plastik auf dem Programm. Ab 10.30 Uhr wird mit dem Dichterfürsten auf dem Goetheplatz gespeist. Neben der Statue werden an Tischen und Bänken Kaffee und Kuchen serviert.  (lr)

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